Blauer Himmel zum APEC-Gipfel

von Jana Kötter, 8. November 2014

 

Peking versammelt in diesen Tagen das Who-is-Who der internationalen Politik: Die Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) tagt bis Sonntag rund um den Yanqi-See. Während die hochkarätigen Gäste über das asiatisch-pazifische Handelssystem diskutieren, strahlt draußen ein blauer Himmel – denn der Smog wurde vertrieben.

 

21 Staaten sind in der Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) vertreten. Und sie alle treffen sich in diesen Tagen in Peking, um dort über das gemeinsame Handelssystem zu sprechen. Das asiatisch-pazifische Wirtschaftsforum tagt seit Mittwoch in Peking, ab morgen werden dazu auch 20 Staats- und Regierungschefs, darunter Barack Obama und Wladimir Putin, erwartet.

 

Ein großes Thema des gemeinsamen Gipfels wird die Einheitlichkeit des Systems sein. “Es existieren 56 Freihandelsabkommen in der Region, die die Gefahr einer Zersplitterung des Handelssystems mit sich bringen”, zitiert die Nachrichtenagentur Xinhua Zhang Shaogang, den Generaldirektor des Außenhandelsministeriums China. Deswegen sei eines der großen Ziele, allgemeingültige Handelsabkommen für die Asien-Pazifik-Region zu schaffen.

 

Im Moment müssen chinesische Firmen im Handel mit Korea, Chile und anderen Ländern jeweils völlig eigene Formalitäten beachten. Dies treibe die operationalen Kosten in die Höhe, was zunehmend zu einer “institutionellen Hürde” wurde, wie Geschäftsmänner im Vorfeld des Gipfels reklamierten.

 

“Wenn es allgemeingültige Bestimmungen für den Handel gäbe, global oder zumindest in der Asien-Pazifik-Region, würde dies den Unternehmen helfen, auch mit Übersee Geschäfte zu machen”, sagte Zhang. Dabei ist dieses einheitliche Handelssystem keine neue Idee und es herrscht bereits weitestgehend Konsens unter den 21 APEC-Staaten.

 

China ist der jährlich rotierende Gastgeber des Gipfels, der zum Teil auch unter dem Motto "Shaping the Future through Asia-Pacific Partnership" steht. Für die chinesische Führung ist es das größte Ereignis seit den Olympischen Spielen 2008, ein Moment im Rampenlicht und dementsprechend von langer Hand geplant. Milliarden flossen in die Umgebung des Tagungsorts am Yanqi-See.

 

Die Vorbereitungen für den hochkarätigen Besuch haben dabei fast schon Komisches mit sich gebracht: Damit die hochkarätigen Gäste Peking in guter Erinnerung behalten, wurde die sonst Smog-durchsetzte Luft mit allen verfügbaren Mitteln gereinigt. Um 30 Prozent solle die Luftverschmutzung für die APEC-Tage gesenkt werden, beschloss man im Vorfeld.

 

Seit Montag dürfen Autos nur noch jeden zweiten Tag auf die Straße. Erst diejenigen, deren Nummernschild mit einer ungeraden Ziffer endet, am Dienstag hatten dann Autos mit gerader Nummer die sonst so verstopften Straßen für sich. So geht es weiter bis zum 12. November, wenn der Gipfel endet.

 

Auch Garküchen müssen schließen – zu stark ist die Rauchentwicklung. Ein großer Friedhof fordert Trauernde auf, keine Kleidung von Toten zu verbrennen; dies ist eigentlich ein wichtiges Ritual in China. Die in Peking allgegenwärtigen Baustellen sollen dichtmachen - Baumaterialien mit Planen abgedeckt werden, damit der Staub nicht verweht wird. Die Schwerindustrie im Umland geht ebenfalls in Zwangspause. Die Provinzregierung in der nahen Industrieregion Hebei kündigte an, dass 2386 Fabriken geschlossen und die Arbeit auf 2445 Baustellen eingestellt würden.

 

Was solche Maßnahmen tatsächlich bringen können, zeigen nicht nur die Bilder, die heute durch die sozialen Netzwerke schwirren – sondern auch jene, die man 2008 pünktlich zu den Olympischen Spielen sehen konnte. Eine Auswahl davon zeige ich morgen im Silent Sunday. Ihr werdet Euch wundern, wie blau der Himmel über Peking sein kann.

 

 

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