China erleichtert Zugang zu Seltenen Erden

von Jana Kötter, 9. Januar 2015

 

China hat nahezu ein Monopol auf Seltene Erden. Und die Volksrepublik wird die Ausfuhr der begehrten Rohstoffe von nun an nicht mehr begrenzen. Doch freiwillig ist die Regierung in Peking diesen Schritt nicht gegangen.

 

Europium, Erbium, Yttrium: Sie klingen wie die Namen von fremden Galaxien, doch in Wahrheit sind sie im 21. Jahrhundert einige der begehrtesten Güter der Welt. Die Seltenen Erden, eine Gruppe von raren 17 Metallen, die unter anderem für Rüstungs- und viele Technologieerzeugnisse wie Computer, Handys, Windturbinen und Batterien benötigt werden, sind das „Öl der Zukunft“. Und China besitzt mehr von ihnen als jedes andere Land der Erde.

 

Die Volksrepublik produziert, insbesondere in den Minen in der Inneren Mongolei, fast im Alleingang die begehrten Rohstoffe für die Industrien der Welt. Im Jahr 2008 wurden dort 120.000 Tonnen gefördert, das waren 97 Prozent der weltweiten Menge. Und auch wenn der Anteil an der Weltproduktion laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sinkt, so geschieht das nur langsam: 2013 waren es noch immer 92,1 Prozent.

 

Nun kommt China einem Schiedsspruch der Welthandelsorganisation (WTO) nach und hebt die Exportbeschränkungen für Seltene Erden auf. Die WTO hatte die Ausfuhrbeschränkungen, die zuletzt ohnehin wenig effektiv waren, für unzulässig erklärt.

 

China hatte die Ausfuhr 2010 mit der Begründung beschränkt, Umwelt und Ressourcen besser schützen zu wollen. Denn zur Gewinnung Seltener Erden sind hohe Mengen von Säure erforderlich. Außerdem fallen leicht radioaktive Abfälle an.

 

Die Führung in Peking versucht im Zuge ihrer Umweltschutzbestrebungen, die heimische Förderung zu drosseln und verstärkt gegen Schmuggel und illegale Produktion vorzugehen. Doch das WTO-Schiedsgericht urteilte bereits im März nach einer Klage der USA, der EU und Japans, dass die Exportquoten chinesischen Firmen unfaire Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die Beschränkungen hatten die Weltmarktpreise für die stark gefragten Rohstoffe zeitweise drastisch in die Höhe getrieben.

 

 

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