China setzt Steuer auf Elektroautos aus

von Jana Kötter, 15. Juli 2014

 

Dass China enorme Umweltprobleme hat und vor allem gegen die Luftverschmutzung dringlich vorgehen muss, ist keine Frage. Nun will die Regierung im Kampf gegen den Smog den Verkauf von Elektroautos vorantreiben – und streicht dafür sogar die Steuer.

 

Bereits 2016 sollen mindestens 30 Prozent der Neuwagen von Behörden Elektro- oder Hybridautos sein. Diese Nachricht der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) zeigt, wie ernst es China mit dem Kampf gegen den Smog zu sein scheint.

 

Die eigenen Behörden mit E-Autos zu versorgen, ist Teil einer neuen Kampagne von Chinas Regierung, den sich nur schleppend entwickelnden Markt für Elektroautos anzutreiben. Nur wenige Tausend Batterieautos wurden in China verkauft, seit die Regierung während der Wirtschaftskrise Fördergelder für Elektroautos bereitstellte. 2013 waren es knapp 15.000 (USA: 100.000). Vor allem an der unzureichenden Ladeinfrastruktur scheiterte bisher der Versuch, mehr potenziell umweltfreundliche Autos auf die Straße zu bringen.

 

Doch genau das soll sich jetzt endlich ändern: So werden laut Manager Magazin zum Beispiel staatliche Stellen angehalten, Parkplätze nur für Autos mit den modernen Antrieben einzurichten. Außerdem hat der Staatsrat gerade beschlossen, die zehnprozentige Verkaufssteuer für Elektroautos ab September bis Ende 2017 auszusetzen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

 

Dies sind nur zwei von mehreren Schritten, die China in den vergangenen Monaten unternommen hat, um den Absatz anzukurbeln:

  • Die Kaufprämie wurde auf bis zu 10.000 Dollar erhöht
  • Mehrere Städte schreiben Ladestationen in Garagen von Neubauten vor
  • Einzelne Metropolen stellen die Taxi- und Busflotten auf Elektrofahrzeuge um
  • Auch müssen Halter von Elektroautos nicht jahrelang auf ein Nummernschild warten wie die Fahrer von Benzinern, deren Verkauf wegen der Umweltprobleme vielerorts eingeschränkt ist.
  • Zudem sind die Fahrzeuge von jährlich zu entrichtenden Steuern befreit.

Wenn Chinas Kampagne fruchtet, würde dies bedeutende Folgen für die etablierten Hersteller wie Daimler und BMW bedeuten. Jedoch könnte es auch endlich ein Ende oder zumindest eine Besserung der dauerhaften Smog-Probleme in Chinas Megastätten mit sich bringen.

 

Die Luftverschmutzung war zuletzt so schlimm, dass internationale Konzerne zunehmend Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter für den Einsatz im Reich der Mitte gewinnen zu können. So bietet unter anderem Coca Cola einen „Umweltverschmutzungszuschlag“: Jeder, der sich als Mitarbeiter in den Smog begibt, erhält laut Financial Review 15 Prozent seines Lohns als monatlichen Bonus.

 

Zuletzt haben nur drei der 74 größten chinesischen Städte die Richtwerte der Regierung getroffen – alle anderen wiesen eine zu hohe, gesundheitsgefährdende Luftverschmutzung auf.

 

 

Zurück zum China-Blog

 

 

Glückskeks der Woche

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir für immer.

Konfuzius

Keinen Blog-Beitrag mehr verpassen:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jana Kötter 2014