Wirtschaft: Schwächstes Wachstum seit 1990

von Jana Kötter, 20. Januar 2015

 

Die globale Konjunkturflaute erfasst China: Die Wirtschaft der Volksrepublik ist im vergangenen Jahr weniger stark gewachsen als erwartet. Doch für das Reich der Mitte sind das nicht unbedingt schlechte Nachrichten.

 

Es ist eine Zahl, die man heute in vielen Nachrichtenprogrammen gehört hat: 24. Denn die chinesische Regierung hat nicht nur ihr Wachstumsziel für das Jahr 2014 verfehlt – die Wirtschaft im Reich der Mitte ist so langsam gewachsen wie zuletzt vor 24 Jahren. (1990, im Jahr nach der blutigen Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung, wurden internationale Wirtschaftssanktionen gegen die Volksrepublik verhängt.)

 

2014 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut chinesischem Statistikamt um 7,4 Prozent zu - angepeilt war ein Plus von 7,5 Prozent. In den vergangenen Jahren hatte die Regierung immer sehr vorsichtige Vorgaben gemacht, die am Ende meist deutlich übertroffen worden waren.

 

Für das Reich der Mitte ist die Zahl 24, auch wenn sie bei uns bisweilen als Skandal gehandelt wird, keine schlechte Nachricht – im Gegenteil. Nach Jahrzehnten des Rekord-Wachstums, das zwar Wohlstand gebracht, die Umwelt aber vielerorts zerstört hat, tut es dem Land gut, das Wachstum auf einem – ja immer noch vergleichsweise hohen - Niveau zu stabilisieren.

 

Die Führung in Peking will Chinas Geschäftsmodell ändern - von einer investitionsgetriebenen Exportwirtschaft zu einer Konsum- und Dienstleistungswirtschaft. Nur so kann die Wirtschaft dauerhaft existieren, und nur so können alle vom Wohlstand profitieren. Doch zunächst bedeutet dies, geringere Wachstumsraten in Kauf nehmen zu müssen.

 

An die niedrigeren Werte aus China sollte sich die Weltwirtschaft deswegen gewöhnen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für 2015 nur noch ein Konjunkturplus von 6,8 Prozent. Das wären 0,3 Prozentpunkte weniger als bisher vorhergesagt. Wegen des langsameren Wachstums in China, Russland, Japan und der Eurozone korrigierte der IWF bereits seinen Konjunkturausblick für die Weltwirtschaft nach unten. Statt 3,8 Prozent nimmt er im laufenden Jahr jetzt nur noch 3,5 Prozent globales Wachstum an. Für 2016 erwartet der IWF nur noch statt 4,0 nur noch 3,7 Prozent Wachstum.

 

Das kommt natürlich auch in Deutschland und Europa an: Die Exporte aus Europa nach China könnten durch das langsamere Wachstum unter den Erwartungen bleiben, warnen Experten.

 

 

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