Deutsche Autobauer geraten unter Druck

von Jana Kötter, 29. Juli 2014

 

Für Deutschlands Autobauer ist China der Wachstumsmarkt schlechthin. Doch jetzt geraten einige ins Visier der Regulierungsbehörden. Der Grund: zu hohe Preise.

 

China hat den größten Markt für Neuwagen der Welt - noch vor den Vereinigten Staaten. Von 2005 bis 2012 hat der chinesische Branchenverband CAAM ein durchschnittliches Wachstum von 22,4 Prozent ausgerechnet. Für Deutschlands Autobauer ist China damit der Markt der Zukunft; insbesondere, da ausländische Hersteller Chinas Automarkt dominieren. Etwa drei Viertel der in China verkauften Neuwagen stammen von nicht-chinesischen Herstellern.

 

Bei den Pkw ist der Volkswagen-Konzern der unangefochtene Marktführer mit etwa 20 Prozent Marktanteil. In der Oberklasse machen Autos mit Logos von Audi, BMW, Mercedes oder Porsche sogar rund 80 Prozent der Wagen aus. Die neue Mittel- und Oberschicht liebt den Luxus, fährt teure Autos als Statussymbol – und kümmert sich nicht um hohe Preise.

 

Doch Chinas Wettbewerbshüter sehen das anders. Sie haben internationalen Herstellern nun zu hohe Preise vorgeworfen. Ermittler forderten von ausländischen Oberklasse-Herstellern Preisnachlässe für Reparaturen und Ersatzteile, wie aus einer von Staatsmedien abgedruckten Stellungnahme der mächtigen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) hervorgeht.

Audi kündigte daraufhin bereits an, die Preise für Ersatzteile in China zu senken. Vom ersten August an sollen Audi-Ersatzteile bis zu 38 Prozent günstiger verkauft werden, berichteten chinesische Medien. Zuvor hatte auch Jaguar Land Rover Preisnachlässe angekündigt. Die Anti-Monopolabteilung der NDRC begrüßte laut Mitteilung die Entscheidungen von Audi sowie Jaguar Land Rover.

 

Auf den Profit der Nobelkarrosserie-Hersteller werde sich das nur wenig auswirken, meinen Experten. Sie gehen außerdem davon aus, dass der Druck auf weitere Autohersteller ausgeweitet und erhöht werden könnte. Insbesondere BMW und Mercedes könnten ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten.

 

Der Druck auf deutsche und andere ausländische Autohersteller kommt zu einer Zeit, in der chinesische Hersteller immer mehr Marktanteile einbüßen. In den ersten vier Monaten des Jahres 2014 war der Anteil heimischer Marken auf dem Pkw-Markt um rund fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Chinesische Marken machten damit nur noch 22 Prozent der Autoverkäufe in China aus.

 

 

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