Die grünen Städte von morgen

von Jana Kötter, 13. September 2014

 

Bis zum Jahr 2030 werden von voraussichtlich neun Milliarden Menschen etwa 70 Prozent in urbanen Systemen leben. Auf die Städte kommt damit eine große Herausforderung zu: Sie müssen lebenswert, effizient und nachhaltig sein.

 

Schon heute verursachen Städte rund 70 Prozent der weltweiten Kohlenstoffdioxid-Emissionen – und dieser Wert wird mit der anhaltenden Urbanisierung wohl noch weiter steigen. Klimaschutz wird in den kommenden Jahrzehnten deshalb ein großes Thema sein, und schon heute sprießen in vielen Ländern sogenannte „Intelligent Cities“ oder „Green Cities“ hervor. Sie sind Modelle und sollen aufzeigen, wie Städte Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit vereinen können – eine wichtige Frage, bedenkt man, dass in rund 15 Jahren etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben wird.

 

Dabei ist nachhaltige Mobilität vor allem für chinesische Großstädte ein Problem. Das Wirtschaftswachstum und damit der wachsende Wohlstand zumindest in Teilen der Bevölkerung sowie die Bevölkerungszunahme im Allgemeinen bringen eine dramatische Steigerung von individueller Mobilität mit sich. Schwerere Autos, stärker motorisierte Motorräder, Luxus-Wagen importierter Marken: Schon heute sieht man, wonach Chinas neue Elite sucht. VW, Audi und Co. freut das – die Umwelt jedoch nicht, wenn das Fahrrad plötzlich gegen einen SUV eingetauscht wird.

 

Hai’an in der Provinz Jiangsu geht diese Herausforderung an. Die Modellstadt fördert die Einführung eines intelligenten E-Mobilitäts-Systems, basierend auf, das E verrät es, umweltschonender Elektrizität. E-Fahrzeuge sind in der Anschaffung deutlich teurer als konventionelle Autos; daher setzt Hai’an nicht auf Nachbauten gewöhnlicher PKWs, sondern auf eigens für den Stadtverkehr entwickelte Eigenbauten. Diese werden dann an Flottenkunden vermittelt, die gleich mehrere Wagen abnehmen.

 

Auch die Ladeinfrastruktur ist übrigens hochmodern: Per Reservierungs-App kann man sehen, wo gerade ein E-Tankstellenplatz frei ist und diesen gleich buchen; per SMS oder E-Mail wird der Fahrer dann informiert, sobald der Akku wieder geladen ist.

 

Weitere Modellstädte in China sind beispielsweise „Dalian Best City“ oder die „Tianjin eco-City“. Durch den Einsatz von Solarzellen, E-Mobilität und ein Energiemanagementsystem wird auch hier der Kohlenstoffdioxid enorm heruntergeschraubt. Sie zeigen ebenso wie Hai’an und andere Zukunfts-Städte auf der gesamten Welt, dass Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz – unter der Voraussetzung, dass sich kluge Köpfe zusammensetzen – keine Gegensätze darstellen.

 

 

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