Internet-Riese Alibaba geht an die Börse

von Jana Kötter, 7. Mai 2014

Dieser Börsengang wird einer der spektakulärsten der Geschichte: Chinas führende Online-Handelsplattform Alibaba will an die New Yorker Börse, Experten rechnen mit einem Volumen von bis zu 20 Milliarden Dollar. Und auch die Deutsche Bank erhofft sich davon große Gewinne.


Sein Ziel ist es, Marc Zuckerberg in den Schatten zu stellen, den Rekord-Börsengang von Facebook noch zu übertrumpfen. Und das könnte dem Chinesen Ma Yun durchaus gelingen, meinen Experten. Mit seinem Unternehmen, dem Online-Händler Alibaba, will Ma nun an die Börse. Es wird das spektakulärste Aktiendebüt seit dem 16-Milliarden-Dollar-Börsengang von Facebook.

 

Alibabas Börsengang, einer der größten der Geschichte, wird im Sommer oder der zweiten Jahreshälfte erwartet. Der offizielle Startschuss für den Börsengang ist bereits gegeben: Der Konzern hat gestern bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag auf eine Neuemission in New York eingereicht. Dies ist der erste Schritt in Richtung Gang auf das Parkett. Und der dürfte spektakulär werden: In US-Medien wird über ein Volumen zwischen 15 und 20 Milliarden Dollar spekuliert.

 

Neben der Credit Suisse und Goldman Sachs ist auch die Deutsche Bank am Börsengang beteiligt. Wie aus einem gestern in New York vorgelegten Börsenprospekt hervorgeht, gehört das Frankfurter Geldhaus zu den sechs Instituten, die Chinas boomende Online-Handelsplattform den Anlegern schmackhaft machen sollen. Sie werden Anleger ansprechen, bei der Ermittlung des Aktienpreises helfen und die Papiere schließlich verkaufen. Dafür winken ihnen laut dw.de Gebühreneinnahmen von bis zu 260 Millionen Dollar.

 

Der Mann hinter all diesen schwindelerregenden Zahlen heißt Ma Yun, im Westen besser bekannt als Jack Ma. Er ist der führende Mitgründer des Internetgiganten. 1999 entstand Alibaba.com aus Mas Wohnung in Hangzhou heraus, mit einer Kapitalbasis von 60.000 Dollar. Zunächst war die Website eine reine Business-to-Business-Handelsplattform, die chinesische Hersteller mit westlichen Käufern verband.

 

Doch die Expansion des Unternehmens schritt schnell voran: Mit Taobao und Tmall kamen E-Commerce-Seiten für Kleinunternehmer und Privatleute in China dazu, und Alipay baute ein Online-Zahlungssystem in einem Land auf, in dem es kaum Kreditkarten gab. Eine Kooperation mit Yahoo verschaffte Ma 2005 das nötige Kapital, um wirklich groß zu expandieren.

 

Dieser viel beachtete Schachzug verschaffte ihm Einzug in die Fortune-Liste der 25 wichtigsten Geschäftsmänner Asiens; mit Yahoo China verbannte Ma Google in China auf einen Nischenstatus, auch Ebay warf er aus dem Rennen, schreibt das Handelsblatt in einem Porträt des „chinesischen Marc Zuckerberg“.

 

Heute gehören gehören Taobao, Tmall und Juhuasuan zu den großen Handelsplätzen des Konzerns. 231 Millionen Käufer und acht Millionen Verkäufer wickelten hier im vergangenen Jahr Geschäfte über 248 Milliarden Dollar ab. Alibaba verdient sein Geld unter anderem durch Werbung, Gebühren für getätigte Handelsgeschäfte sowie Mitgliedsbeiträge. Von April bis Dezember vergangenen Jahres kam so ein Umsatz von 6,5 Milliarden Dollar zustande. Der Gewinn lag unterm Strich bei 2,9 Milliarden Dollar.

 

“Wir haben die Art und Weise verändert, wie in China Handel betrieben wird”, schreibt Alibaba im Börsenprospekt. Und das könnte auch bedeuten, dass Jack Ma die Börse verändern wird.

 

 

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