Peking weiß, was es will

Kommentar von Jana Kötter, 11. November 2014

 

China ist deutlich mehr als lediglich ein riesiger Absatzmarkt für westliche Waren. Das Land verfolgt klare geopolitische Ziele – und das haben sowohl die Beobachter als auch die Teilnehmer des APEC-Gipfels zu spüren bekommen.

 

Die Einladung in das hochmoderne Tagungszentrum am Pekinger Yanqi-See glich einer perfekten Inszenierung. Und dabei war jeder Schritt wohl geplant und kalkuliert, denn Peking will demonstrieren: Wir sind mehr als nur die „Werkbank der Welt“.

 

Das wirtschaftliche Wachstum des Drachen hat dazu geführt, dass China heute ein Global Player ist und auch auf dem politischen Parkett einer der Hauptakteure der Weltpolitik ist – strukturelle Probleme, Menschenrechtsdiskussionen und ungleiche Einkommensverteilung hin oder her.

 

Die Nachbarländer schauen schon lange eher bange in Richtung
China, denn das Land fordert nicht mehr nur als regionale Macht
inzwischen die USA in seiner Führungsrolle im asiatisch-pazifischen
Raum heraus. Japan und Vietnam sehen sich plötzlich mit
Gebietsansprüchen konfrontiert, Taiwan fürchtet eine Einverleibung.

 

Auch Angela Merkel schweigt schon lange, wenn es zu kritischen Themen kommt – denn als politischer und wirtschaftlicher Partner ist China einfach zu bedeutend. Verscherzen will man sich es mit dem Reich der Mitte in Europa genauso wenig wie in den USA.

 

In Amerika wird seit Jahrzehnten kritisch beobachtet, wie das Schwellenland zum ernsthaften Konkurrenten wird und an der Vormachtstellung der USA zu kratzen beginnt. Und in Afrika hat Peking sich währenddessen Zugriff auf die Ressourcen des Kontinents gesichert.

 

Barack Obama und Wladimir Putin haben in Peking den Respekt, ja vielleicht sogar die Angst vor dem Drachen gezeigt wie niemand anderes. Auch wenn beide aufgrund der aktuellen Probleme miteinander nur wenige Worte wechselten, so sprach ihr Verhalten mit Xi Jinping doch Bände. Denn sie wissen, dass sie eines gemeinsam haben: Wenn im pazifisch-asiatischen Raum Weichen gestellt werden, müssen sie dabei sein.

 

Es geht letztlich darum, wer in dieser strategisch wichtigen Weltgegend auf Dauer die Oberhand gewinnt. Und dass Peking genau das will, hat Xi Jinping auf dem APEC-Gipfel einmal mehr deutlich gemacht.

 

 

Zurück zum China-Blog

 

 

Glückskeks der Woche

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir für immer.

Konfuzius

Keinen Blog-Beitrag mehr verpassen:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jana Kötter 2014