Milliardäre kehren China den Rücken

von Jana Kötter, 18. September 2014

 

Von der inernationalen Krisenstimmung ist bei den Superreichen dieser Welt keine Spur. Im Gegenteil: Der exklusive Club wächst munter weiter – auch in China. 190 Milliardäre leben hier. Doch viele von ihnen wollen das Land verlassen.

 

Die Zahl der Superreichen ist in diesem Jahr auf ein neues Rekordhoch gestiegen: 2325 Milliardäre gibt es weltweit, heißt es in einer Erhebung der Schweizer Bank UBS und des auf vermögende Privatkunden spezialisierten Datenanbieters Wealth X. Das seien 155 Milliardäre mehr als im vergangenen Jahr; ein Zuwachs von sieben Prozent.

 

Die meisten Milliardäre, insgesamt 571, leben in den USA, gefolgt von China (190) und Großbritannien (130). Deutschland belegt mit 123 Milliardären den vierten Platz.

 

Gleichzeitig hat China mit seinen Superreichen aber ein großes Problem: Fast die Hälfte von ihnen will das Land verlassen, schreibt der Finanzkonzern Barclays.

Schon in den vergangenen zehn Jahren hatte China laut einer Studie der Beratung "New World Wealth" den weltweit höchsten Anteil von emigrierenden Millionären. Nun soll die Abwanderung weitergehen: Barclays berichtet, dass in einer eigenen Erhebung 47 Prozent von befragten chinesischen Millionären angeben, ihr Land in den nächsten fünf Jahren verlassen zu wollen.

 

Für die aktuelle Ausgabe seines "Wealth-Insights"-Reports hat der Finanzkonzern mehr als 2000 Millionäre aus 17 Ländern befragt. Fast 30 Prozent von ihnen planen in den nächsten fünf Jahren, in ein anderes Land zu ziehen.

 

Dabei geht es nicht nur um finanzielle Vorteile, etwa wegen andernorts niedrigerer Spitzensteuersätze: Besseres Klima, neue kulturelle Erfahrungen, aber auch angesehenere Ausbildungseinrichtungen für ihre Kinder locken die Reichen in die Ferne.

 

Chinas Reiche wandern dabei überdurchschnittlich häufig aus, um ihren Kindern bessere Bildungs- und Karrierechancen zu eröffnen: 78 Prozent der potenziellen Auswanderer gaben dies laut Barclays an. 73 Prozent hofften im Ausland auf stabilere wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie auf besseres Wetter.

 

Hong Kong ist bei den chinesischen Milliardären besonders beliebt: Bewohner der ehemaligen britischen Exklave sind auf dem Papier zwar Chinesen; Pässe der Sonderverwaltungszone erlauben ihnen allerdings, ohne Visa in viele Länder der Erde zu reisen. Zudem sei man von Hong Kong wie auch aus Singapur in relativ kurzer Zeit auf dem chinesischen Festland: "Die meisten Superreichen Chinas machen ihr Geld derzeit wohl genau dort", zitiert das Manager Magazin Liam Bailey von der Immobilienberatung Knight Frank, "deshalb müssen sie aus wirtschaftlichen Gründen relativ nah an China bleiben."

 

 

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