VW baut zwei neue Autofabriken in China

von Jana Kötter, 7. Juli 2014

 

Die Mittelschicht wächst, und mit ihr die Zahl der Familien, die sich ein eigenes Auto leisten können: Für kaum eine Branche ist China mit seinen fast 1,4 Milliarden Menschen und ihrem Hunger nach einer neuen Mobilität solch ein wichtiger Markt wie für die Automobilindustrie. Das spüren auch deutsche Autohersteller – und allen voran VW.

 

Fast jeder zweite Volkswagen, der in diesem Jahr vom Band in Wolfsburg rollte, landete letztlich auf Chinas Straßen. Es ist eine beeindruckende Bilanz, die zeigt, wie wichtig das Reich der Mitte mit seinem fast 1,4 Milliarden-Volk für den deutschen Automobil-Hersteller ist. Mit fast 3,3 Millionen abgesetzten Fahrzeugen stand das Riesenreich schon im vergangenen Jahr für gut ein Drittel des gesamten weltweiten VW-Konzernabsatzes.

 

Doch China ist nicht nur wichtig als Absatzmarkt, sondern auch als Produktionsort der deutschen Wagen. Und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern, im Gegenteil: Volkswagen will nun zwei weitere Autofabriken in China bauen. Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela  Merkel (CDU) in der Volksrepublik teilte Konzernchef Martin  Winterkorn gestern mit, dass der Wolfsburger Konzern seine Produktionskapazität im Land „substanziell“ ausweite. Mit den Investitionen – zusammen mit seinem chinesischen Partner FAW sind es den Angaben zufolge zwei Milliarden Euro – bekenne sich Volkswagen „klar zum chinesischen Markt“.

 

Die beiden neuen Werke sollen an der Ostküste Chinas in den Städten Qingdao in der Provinz Shandong  und Tianjin gebaut werden. In Tianjin entsteht zurzeit bereits eine Getriebe-Fabrik, die Ende des Jahres fertig sein soll. Wie VW-Kreise berichteten, sollen die zwei geplanten Fahrzeugfabriken in gut drei Jahren zum Jahreswechsel 2017/2018 die Arbeit aufnehmen.

Bei ihrem China-Besuch hatte Merkel am Wochenende bereits ein VW-Werk im  westchinesischen Chengdu besichtigt. Volkswagen zählt aktuell weltweit 106 Werke, in China sind es bisher 17 Stück. In 8 Fabriken rollen dort fertige Autos von den Fließbändern. Der Rest stellt Bauteile her.

 

Mit Tianjin und Qingdao setzt Volkswagen auf entwickelte Küstenstädte. Die 14-Millionen-Stadt Tianjian grenzt an die Hauptstadt Peking. Sie ist eine der wichtigsten Hafenstädte Chinas und soll langfristig nach den Plänen der Regierung in eine große Metropolregion mit Peking aufgehen. Die Hafenstadt Qingdao liegt zwischen Peking und Shanghai und hat etwa acht Millionen Einwohner.

 

Gemeinsam mit seinen Joint-Venture-Partnern will VW bis 2018 insgesamt rund 18,2 Milliarden Euro investieren.

 

 

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