Zu Gast bei Freunden

von Jana Kötter, 9. Februar 2014

Hessen ist klein, idyllisch, übersichtlich. All das also, was China nicht ist. Und vielleicht ist genau das der Grund, weshalb unser Bundesland nicht nur für Geschäftsleute immer attraktiver wird, sondern auch für chinesische Touristen.

 

Bereits in der Vergangenheit konnte eine deutliche Steigerung chinesischer Gäste in Hessen verbucht werden: So kamen 2012 mehr als 150 000 Touristen, das waren fast 23 Prozent mehr als 2011. Tendenz: weiter steigend. Die Geschäfte haben sich darauf bereits eingestellt, und so stolpert man immer öfter in Touristengruppen auf der Frankfurter Zeil, die hier vor allem in den Nobelläden ihr Geld lassen.

 

Chinas Mittelschicht wächst – und damit nicht nur die Zahl der Reichen, der Autos und der großen Wohnungen, sondern auch die der Auslandsreisen. Nach Schätzung der EU-Kommission nimmt die Zahl der ins Ausland reisenden Chinesen um rund 13 Prozent pro Jahr zu. Ihr Lieblingsziel: Europa, und ganz besonders Deutschland.

 

Denn besonders interessant sind für eben diese neue Mittelschicht Markenprodukte. Und zwar nicht die gefälschten, qualitativ schlechten aus dem eigenen Land, sondern die Originale. „Made in Germany“ ist in China viel wert, egal ob es um Haushaltswaren, Autos oder das Lebkuchen-Herz vom Weihnachtsmarkt geht. Die wegfallenden Steuern und Zollregularien sorgen dabei für einen Einkaufs-Boom, denn so sind die Produkte, die hier gekauft werden, oft um ein vielfaches günstiger als die europäischen Originale auf dem chinesischen Markt.

 

Kaum zu glauben, aber die chinesischen Gäste sehen das WMF-Topfset für 300 Euro als wahres Schnäppchen an – und das, wo wir uns oftmals freuen, die Schnäppchen-Plagiate auf dem chinesischen Markt zu erwischen.

 

Und das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar: In Frankfurt, dem Shopping-Paradies schlechthin, geben chinesische Touristen während ihres Urlaubs rund 850 Euro aus. Das zumindest sagt eine Studie des Finanzdienstleisters Global Blue. Zum Vergleich: Andere Nationen lassen lediglich rund 300 Euro hier.

 

Auf unseren Weihnachtsmärkten, in den Touristenbussen und großen Geschäften Frankfurts sollte man sich also auch künftig auf den interkulturellen Austausch mit den Besuchern aus Fernost einstellen. Denn eines ist klar: Chinesen lieben Hessen nicht nur, weil es so klein und idyllisch ist. Sondern auch, weil hier die besten Schnäppchen warten!

 

 

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