Die Schätze der Wüste Gobi

von Jana Kötter, 11. März 2014

Sand, nichts als Sand. Am Himmel scheint die gleißende Sonne, und am Boden erwartet die Besucher nichts als Sand. Beim Blick nach links, nach rechts, nach vorne – er ist überall, der Sand.

 

Dass unter diesem Sand zahlreiche fossile Schätze lagern, das ahnen nur wenige bei ihrem Besuch in der Wüste Gobi. Dabei birgt kaum ein anderer Ort der Welt so viele von ihnen wie die Sandlandschaft in Zentralasien, die sich über Teile Chinas und der Mongolei erstreckt. Das Besondere: Viele von ihnen sind außergewöhnlich gut erhalten.

 

So wurden in der Gobi verschiedene Fossilien, darunter auch Versteinerungen aus unterschiedlichen geologischen Epochen, gefunden. Denn in vergangenen Abschnitten der Erdgeschichte herrschten hier völlig andere klimatische Verhältnisse: Statt Sand herrschte eine üppige Vegetation, die entsprechend gute Lebensbedingungen für Saurier bot.

 

Die Regierung nennt ihre Schätze aus der Vergangenheit „wundervolles Dinosaurier-Erbe“. Und nun soll das reiche Erbe auch vermarktet werden: mit einem eigenen Paläontologie-Museum und Dinosaurier-Parks in der Wüste Gobi.

 

Laut GEO (06/2013, S. 18) wirbt die Kultur- und Tourismusministerin Oyungerel Tsedevdamba um die Zusammenarbeit mit privaten Investoren, um das Projekt voranzutreiben. „Die Mongolei schickt seit 20 Jahren Dinosaurier-Exponate ins Ausland, während es hier kein Museum gibt.“ Allein die Leihgaben an Museen in Übersee und die illegal ins Ausland geschmuggelten Stücke könnten mehrere Einrichtungen füllen.

 

Mittlerweile bemüht sich die Regierung vor Ort, möglichst viele Exponate in der Mongolei zu behalten. Das Naturkundemuseum gilt als das größte und populärste Museum von Ulan-Bator, es ist weit über die Grenzen des Landes hinaus für seine Sammlung von Fossilien bekannt. Zu denen gehören so außergewöhnliche Funde wie zwei vollständig erhalten Skelette von Dinosauriern, die aus der Wüste Gobi stammen und beeindruckende 10 bzw. 16 Meter lang sind. Aber auch versteinerte Dinosaurier-Eier, in der Mongolei entdeckte Reste von Meteoriten oder Edelsteine sind ausgestellt. Zudem gibt es eine anthropologische, zoologische, historische, kunstgewerbliche und geografische Abteilung.

Darüber hinaus sollen in Zukunft auch Dinosaurier-Parks mitten in der Wüste entstehen, die Touristen auch außerhalb der Hauptstadt anlocken sollen.

 

Die Vermarktung der Vergangenheit sieht die Regierung dabei aber auch als Mittel zum Zweck: Weil die Wüste Gobi zunehmend Ziel für Bau- und Bergwerksunternehmen sein, brauche es die Aufmerksamkeit von Naturschützern und Touristen, um das natürliche Erbe zu retten, so die Kulturministerin Tsedevdamba. Denn Gobi ist eben mehr als nur Sand.

 

 

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