Forscher finden "Chinesische Ameisenmauer"

von Jana Kötter, 8. Juli 2014

 

Es ist ein äußerst gruseliger Brauch, den die neu entdeckte Wespenart aus den Wäldern Südostchinas vollzieht: Sie verschönert den Eingang ihres Nestes mit toten Ameisen. Der Geruch schrecke wahrscheinlich Feinde ab, berichten Forscher um Michael Staab von der Universität Freiburg im Fachmagazin "Plos One".

 

Doch damit nicht genug: Das Insekt stopft noch weitere Tiere in seine Brutkammern: lebende, mit einem Stich gelähmte Spinnen. Diese dienen aber nicht der Abschreckung, sondern als Nahrung für die Larven.

 

Dabei ist der Brauch jedoch ebenso effektiv wie gruselig, zeigen Beobachtungen im Gutianshan National Nature Reserve (GNNR) in der Provinz Zhejiang. Der Nachwuchs der neu entdeckten Art mit dem wissenschaftlichen Namen Deuteragenia ossarium werde wesentlich seltener angegriffen als der anderer Wespen in dem Lebensraum, so die Forscher.

 

Der genaue Schutzmechanismus sei noch unklar – trotzdem spricht die Universität Freiburg in ihrer Pressemitteilung schon einmal prosaisch von der "chinesischen Ameisenmauer". "Ebenso wie die chinesische Mauer das Kaiserreich vor Angriffen durch plündernde Reiternomaden geschützt hat, schützt die Ameisenmauer den Nachwuchs der neu beschriebenen Wespenart vor Feinden", zitiert Spiegel Online den Forscher Michael Staab.

 

Wahrscheinlich ist es nach Ansicht der Wissenschaftler, dass der Geruch der Ameisen Räuber abschreckt: Denn die Wespe verbaut am liebsten die Art Pachycondyla astuta. Das ist eine aggressive, große und sehr verbreitete Ameisenspezies, von der die meisten potenziellen Angreifer Abstand halten.

 

 

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